Snowboardberater

Welche verschiedenen Snowboard-Typen gibt es?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Freestyle-, Freeride-, Allround-, Carving- und Raceboards. Die Kategorien sind dabei nicht fest voneinander getrennt, sondern gehen ineinander über. Da Ihr in unserem Sortiment aber ausschließchlich Freestyle- und Freeride-, und Allroundboards findet, beschränken wir uns hier auf diese Bereiche.

Freerideboards
Das Freerideboard ist für all die jenigen, die gerne zügig unterwegs sind, und auch gerne abseits der Pisten ihren Kick suchen. Die Boards sind insgesamt etwas länger (gehen Dir bis zwischen Kinn und Nase), härter, haben alle einen direktionalen Shape, und einen Setback von einigen Zentimetern. Übersetzt heißt das, man steht nicht zentriert in der Mitte des Boards steht, sondern der Bindungssatz ein paar Zentimeter Richtung Tail (Heck) versetzt ist. Bei einigen, speziell für den Tiefschnee-Einsatz konzipierten, Boards beträgt die Relation Nose zu Tail bis zu 3 zu 1. Das hat den Vorteil, dass man durch die lange Nose im Tiefschnee einen guten Auftrieb hat, und durch den meist recht kurzen Radius im Bereich des hinteren Fußes eine aggressive Kantenperformance erhält, die einem das schnelle Carven ermöglicht. Die Fahrtrichtung ist garadeaus, d.h. switch (rückwärts) fahren wird Dir mit einem Freerideboard keinen Spaß machen. Ebenfalls ungeeignet sind solche Boards für Rails und Park-Kicker. Der typische Bindungswinkel auf einem Freerideboard ist +15° – +30° auf dem vorderen Fuß, +6° – +20° auf dem hinteren Fuß. Wir empfehlen +18° vorne und +9° hinten. Wogegen die Freerideboards früher einen klassischen Camber-Shape hatten, sprich eine sogenannte Vorspannung aufwiesen, werden die Boards heute meist in einer Hybridform – also einem Mix aus Camper und Rocker – gebaut. Das bedeutet, dass das Board unter der Bindung eine Vorspannung hat und so auf harten Pisten genug Druck aufbauen kann, und somit auch schneller und präziser auf der Kante läuft, wogegen die Nose meist gerockert ist. Das bedeutet, dass der vordere Teil des Bretts nach oben gezogen ist – also eine negative Vorspannung hat. Das begünstigt eine leichtere Drehung und vor allem schwimmt es im tiefen Schnee besser oben. Ein bisschen wie beim Surfen.

Freestyleboards
Das Freestyleboard ist eher weich und wird insgesamt etwas kürzer gefahren. Bei der Wahl der Länge Deines Boards, solltest Du Dir überlegen, wo Du es am meisten einsetzen wirst. Brauchst Du ein reines Parkboard, zum Jibben und für Rails, dann sollte es Dir maximal bis zum Kehlkopf gehen und eine niedrige Flex haben, d.h. schön weich sein. Für größere Kicker, Pipe oder Backcountry kann es ruhig Kinnhöhe haben. Diese Boards sind auch etwas härter als die typischen Jib-boards, um genügend Kantendruck zum Anfahren und Landen aufbauen zu können, und können auch super auf der Piste gefahren werden. Der Shape eines Frestyleboards ist meist Bi-Directional und wird als Twin-Tip bezeichnet. Übersetzt heißt das, das diese Boards in Nose und Tail nahezu symetrisch sind, und in beide Richtungen gefahren werden können. Dies ist auch wichtig, da viele Tricks eine Halbe Drehung enthalten, und so entweder rückwärts gelandet, oder angefahren werden müssen. Entsprechend ist auch der Bindungswinkel. So werden alle reinen Freestyleboards in Duck-Stance gefahren, d.h. der vordere Fuß hat einen positiven Winkel, meist zwischen 12° und 25° und der hintere einen negativen zwischen -6° und -25°.

Allterrain-Freestyle- oder Allroundboards
Die eierlegende Wollmilchsau unter den Snowboards ist die richtige Wahl für alle, die sich nicht wirklich spezialisieren möchten, und einfach überall Spaß haben wollen. Diese Boards haben einen direktionalen Shape, lassen sich jedoch auch problemlos switch (rückwärts) fahren. Durch neuartige Radien wie z.B. der Dual-Degressive Radius von Nitro (im vorderen und hinteren Kantenbereich durch lange Radien extrem leichtdrehend und fehlerverzeihend, im Kantenbereich vor den Füßen jedoch durch kurze Radien recht aggressiv), sowie der Omega Sidecut von Elan (Entschärfung des „gefährlichen“ Bereich an der Vorderkante) können diese Boards sowohl von Fortgeschrittenen, als auch von Anfängern, problemlos gefahren werden, und funktionieren quasi überall. Der Flex (die Härte) siedelt sich zumeist im mittleren Bereich an, und der Bindungswinkel kann individuell eingestellt werden. Wir empfehlen eine bequeme und leicht zu fahrende Fußstellung von +15° vorne und -9° hinten. Von der Länge sollte Dir das Board sollte Dir bis zwischen Kehlkopf und Mund reichen.

Was ist die richtige Boardbreite?

Bei der Boardwahl solltest Du unbedingt Deine Schuhgröße berücksichtigen. Ab Größe 44 solltest Du mindestens ein Mid-Wide Board, ab Größe 45 eher ein Wideboard fahren. Wenn Du Dich mit Deinen Quadratlatschen ab Größe 45 auf eine Board mit normaler Breite stellst, wirst du spätestens nach der ersten, etwas schnelleren Fahrt merken, wie unglaublich nervig es ist, ständig mit den Fußspitzen im Schnee zu hängen, oder den Kontakt deiner Backsidekante komplett zu verlieren, weil Dein Schuh plötzlich unsanft übernimmt. Dann heißt es Abflug! Bei einigen Boards ist die Breite an sich schon ausreichend, ohne dass sie speziell als Wide-Boards gekennzeichet sind. Achte einfach darauf dass die Breite mindestens 26 cm beträgt.

Wie wichtig ist mein Gewicht bei der Boardwahl?

Bei der Auswahl Deines Boardes solltest Du, neben Deiner Schuhgröße und Körpergröße, ebenfalls Dein Gewicht berücksichtigen. Wenn Du z.B. 90kg wiegst, sollte Dein Board entsprechend hart und Torsionssteif sein, um optimalen Druck auf die Kante zu bekommen. Oft ist es bei einem Gewicht ab 90kg ratsam zu einem Wideboard zu greifen, da diese an sich schon etwas Torsionssteifer sind als Boards mit normaler Breite. Fakt ist jedoch, je schwerer der Fahrer, umso härter sollte auch das Board sein.